Seit Ende des 17. Jahrhunderts ist der Schreibtisch als Nachfolger des Sekretärs sowie des tragbaren „Pultbureaus“ existent. Die ältesten Beispiele für Schreibtische sind die Pultschreibtische, welche als Unterbau eine Kommode erhielten und zuweilen mit einem zusätzlichen flachen Aufsatz versehen waren. Das „Bureau plat“ kam gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf. Hierbei handelte es sich um einen verhältnismäßig langen, eleganten Tisch, unter dessen Tischplatte drei flache Schubladen angebracht waren. Der „Cartonniere“, ein schmaler Schrank, ergänzte diesen Schreibtisch.

Das „Zylinderbureau“ hielt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Einzug. Seine Schübe und Fächer befanden sich hinter einem Rollladen, welcher im Viertel- oder Halbkreis geführt war. Das Zylinderbüro stellte in der Pariser Tischlerkunst einen der wichtigsten Bestandteile dar, gleichzeitig existierte jedoch auch schon die heute geläufige Form, das heißt der dreiteilige Unterbau nebst mittigem flachen Schubladenteil sowie seitlichen Schüben oder Fächern.

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts bildete der Schreibtisch, ebenso wie der Sekretär, insbesondere im französischen Raum ein häufig feminin wirkendes Luxusobjekt, welches bekannt wurde unter der Bezeichnung „Bonheur du jour“ und für das Boudoir besser geeignet war als für eine Bibliothek. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz definierte im 21. Jahrhundert für im Arbeitsalltag benutzte Schreibtische vielfältige Anforderungen bezüglich Höhenverstellbarkeit, Art der Oberfläche und Größe.

Der Wohnzimmer- oder Küchentisch wird in Privathaushalten auch heute noch häufig als Schreibtisch verwendet. Der Sekretär, eine besondere Variante des Schreibtisches, kommt heutzutage nur noch selten vor. Bei dem Schreib- oder Stehpult handelt es sich um einen zum Schreiben und Lesen verwendeten Tisch, dessen Fläche abgeschrägt ist.

Schriftsteller positionieren auf ihren Schreibtischen häufig Gegenstände, welche sie zum Schreiben animieren sollen. In einigen Biografien finden sich Abbildungen der Schriftsteller mit ihren Schreibtischen. Andere Länder, andere Sitten: In Japan beispielsweise legen viele Angestellte Wert darauf,  dass ihr Schreibtisch am Ende ihres Arbeitstages völlig leer hinterlassen wird…

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